Starten mit Power-Akku

So wird die Ctek-Powerbank geladen. Foto: Gerhard von KapffSo wird die Ctek-Powerbank geladen. Foto: Gerhard von Kapff

Info: Die Geräte wurden uns vom Hersteller zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Auf die Bewertung durch den Autor nimmt das keinen Einfluss.

Die Situation dürfte Campern bekannt vorkommen: Die Wohnmobil-Batterie ist leer und keine Steckdose in der Nähe. Ein normales Ladegerät kommt daher nicht in Frage. Eine Alternative wäre das Starten mit einem Power-Akku wie dem „CS Free“ des schwedischen Herstellers CTEK. Mit Hilfe des sogenannten Boosters ist der Power-Akku laut Beschreibung in der Lage, die Auto-Batterie in 15 Minuten wieder so weit aufzuladen, dass der Motor gestartet werden kann. Klappt das wirklich?

Die Powerbank ist stattliche 25 Zentimeter lang. Foto: Gerhard von Kapff
Die Powerbank ist stattliche 25 Zentimeter lang. Foto: Gerhard von Kapff

Klappt das auch in der Wüste?

Aber treiben wir, bevor wir uns damit beschäftigen, die Situation auf die Spitze. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit recht gering sein dürfte. Was wäre, wenn die Autobatterie beim Trip in der Wüste versagen würde und man zudem vergessen hätte, das „CS Free“ zu Hause noch aufzuladen. In diesem Fall käme die zusätzlich erhältliche aufklappbare Solarzelle zum Einsatz – sie lädt den Power-Akku wieder auf. Das dauert natürlich seine Zeit, eventuell kann man zwar am gleichen Tag nicht mehr weiter und muss auf den nächsten Sonnenaufgang und ein paar weitere Ladestunden warten. Aber immer noch besser, als weiter ohne Startmöglichkeit in der Wüste zu sitzen. 

Billig ist das nicht

Diese Sicherheit hat natürlich ihren Preis. Der Akku, der in gut 25 cm lang ist, kostet zwischen 232 und 272 Euro. Das Solarpanel kommt auf 250 Euro. Was aber taugen die beiden Produkte im Praxistest?

Das Solarmodul kann zum Laden auf die Windschutzscheibe gelegt werden - im Idealfall in die pralle Sonne. Foto: Gerhard von Kapff
Das Solarmodul kann zum Laden auf die Windschutzscheibe gelegt werden – im Idealfall in die pralle Sonne. Foto: Gerhard von Kapff

Nach 15 Minuten wieder fit?

Zuerst einmal wollen wir erklären, was man generell mit dem Akku anfangen kann. Laut der Beschreibung des Hersteller ist das „CS FREE das weltweit erste multifunktionale tragbare Batterieladegerät und intelligente Wartungsgerät mit Adaptive Boost-Technologie. 12-V-Batterien des Typs Blei-Säure und Lithium-Ionen lassen sich überall mit Netzstrom, Solarstrom oder dem Strom von Zweitbatterien laden und warten. Für entladene Batterien ermittelt die Adaptive Boost-Technologie des CS FREE den sichersten und schnellsten Weg zum Aufladen, sodass die Batterie innerhalb von 15 Minuten wieder einsatzbereit ist.“ Was nichts anderes bedeutet, als dass man den Akku mit der Autobatterie verbinden kann. Nach 15 Minuten soll die Batterie so weit gefüllt sein, dass das Auto wieder anspringt. Der Akku wurde zuvor über den USB-C-Eingang per Steckdose oder mit Hilfe einer zweiten Batterie geladen. Oder natürlich mit dem oben erwähnten Solarpanel.

Man muss wohl mehrfach laden

In der Theorie klingt das gut. Da wir allerdings spontan keine leere Batterie zur Verfügung haben und die unseres Wohnmobils auch nicht absichtlich tiefentleeren wollen, schauen wir uns die Bewertungen in verschiedenen Internetforen an. Die Nutzer kamen zu weitgehend identischen Ergebnissen. 

In einem sind sich Alle einig: Die Technik mit der Booster-Aufladung funktioniert grundsätzlich gut. Allerdings kommt es sehr darauf an, wie viel Restladung noch in der Batterie vorhanden ist und wie viel Kapazität zum Starten benötigt wird. Die ist bei einem Kleinwagen selbstredend geringer als bei einem Wohnmobil.

Das allerdings führt zu dem Manko des Geräts. Immer wieder wurde geschildert, dass es notwendig war, den Akku mehrfach laden zu müssen, ehe ausreichend Spannung in der Batterie war. 

Das heißt konkret: Den Akku an der Autobatterie entladen, dann neu am Netz laden, erneut in die Batterie entladen und erst dann starten. Schnell mal loszufahren dürfte also oftmals nicht klappen. Das sollte man wissen, um sich nicht im Extremfall zu ärgern.

Die Ladedauer des Akkus am heimischen Netzstrom liegt übrigens zwischen einer Stunde und 90 Minuten.

Die zwei Externe Anschlussmöglichkeiten der Powerbank - zusätzlich zur Batterieladebuchse. Foto: Gerhard von Kapff
Die zwei Externe Anschlussmöglichkeiten der Powerbank – zusätzlich zur Batterieladebuchse. Foto: Gerhard von Kapff

Starten mit Power-Akku: Fazit I

Fazit I: Der Akku ist perfekt zum Nachladen der Batterie im Winter, wer aber glaubt, sein Auto mit einer tiefenentladenen Batterie nach dem Booster mit dem Akku sofort starten zu können, muss Glück haben. Im Falle eines Motorrades sollte es keine Probleme geben, bei Startern, die Viel Kapazität einfordern, dagegen schon. Eine mächtige Powerbank für alle anderen Fälle ist die CS Free nebenbei gesehen auch für den Fall, wenn andere Geräte keinen Strom mehr haben. Sie hat einen USB- sowie einen USB-C-Ausgang. Eines allerdings ist ärgerlich: Die Gebrauchsanleitung ist lediglich in Englisch, Französisch und Spanisch. Die Symbole, die eine deutsche Gebrauchsanleitung ersetzen sollen, sind irritieren und nur teils schlüssig.

Die Solarzellen des Moduls. Foto: Gerhard von Kapff
Die Solarzellen des Moduls. Foto: Gerhard von Kapff

Das Solarmodul

Nehmen wir ergänzend die oben geschilderte Wüstensituation: Mit den beigelegten Kabeln ist der Akku schnell am optional erhältlichen Solarpanel angeschlossen und beginnt zu laden. Aber wie lange dauert das? „Schnell und zuverlässig“ verspricht CTEK und lässt sich erst gar nicht auf einen Zeitraum festlegen. Das ist auch sinnvoll, schließlich kann der Hersteller nicht wissen, wie intensiv die Sonneneinstrahlung ist oder ob das Panel im richtigen Winkel aufgebaut wird. In unserem Fall waren es etwa fünf Stunden. Interessant bei unserem Test in einem Fall von Sonne und Wolken: Nach gut eineinhalb Stunden war trotz der nur indirekten Sonneneinstrahlung bereits ein Viertel des Akkus geladen. Nicht schlecht!

Das Solarmodul kann zum Laden auf die Windschutzscheibe gelegt werden - im Idealfall in die pralle Sonne. Foto: Gerhard von Kapff
Das Solarmodul kann zum Laden auf die Windschutzscheibe gelegt werden – im Idealfall in die pralle Sonne. Foto: Gerhard von Kapff

Starten mit Power-Akku: Fazit II

Fazit II: Das 60-Watt-Modul ist eine gute Ergänzung, wenn die Powerbank zusätzlich beim Zelturlaub ohne Strom oder auf einem Festival genutzt wird oder mit dem Solarmodul eben irgendwo anders als am heimischen Stecker aufgeladen werden soll. Mit 82 x 52 Zentimeter (kann zusammengeklappt werden) ist es zwar recht groß – irgendeinen Kompromiss muss man aber schließlich eingehen. Dank der vielen Ösen kann das Modul fast überall aufgehängt werden. 

Ergänzende Info: Die Geräte wurden uns vom Hersteller zu Testzwecken zur Verfügung gestellt. Auf die Bewertung durch den Autor nimmt das keinen Einfluss.

Funktionen laut Hersteller: 

• Vier Produkte in einem tragbaren Gerät – Adaptiver Booster, Batterieladegerät, intelligentes Wartungsgerät und Hightech-Powerbank.

• Verwendbar für alle 12-V-Batterien des Typs Blei-Säure und Lithium-Ionen

• Geeignet für die Batterien von Motorrädern, Autos, Freizeitfahrzeugen und Wohnmobilen

• Countdown-Funktion mit Anzeige der Restladezeit

• Kann mit 12-V-Zubehörsteckdose, Zweitbatterie oder Solarpanel geladen und verwendet werden

• Ausgänge des Typs USB-C und USB-A zum Laden von Geräten wie Laptops, Smartphones und Tablets

• Keine Moduswahl – nur anschließen.

• Komplettes Zubehörsortiment für Laden ohne Netzstrom und praktisches Aufbewahren

Technische Daten

Hersteller-Beschreibung des Solar Panel Charge Kit:

„Das Panel ist mit Siliziumzellen ausgestattet. Die Sicherheitsbox sorgt für exakte Dosierung des Ladestroms. Es ist wasserfest, wetterbeständig und wird mit einer passenden Tasche ausgeliefert.

Technische Daten

www.ctek.com/de/

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